ich sitze und warte. dumpfe technobeats durchströmen den hohen raum. die friseurmeister werkeln an den kundenköpfen. an den wänden hängen liebevoll aufgespießte barbiepuppen. die frau, die neben mir wartet, ist über 80, hustet unaufhörlich und riecht nach basilikum.
Freitag, 5. April 2013
gegen den rest der welt
ich sitze und warte. dumpfe technobeats durchströmen den hohen raum. die friseurmeister werkeln an den kundenköpfen. an den wänden hängen liebevoll aufgespießte barbiepuppen. die frau, die neben mir wartet, ist über 80, hustet unaufhörlich und riecht nach basilikum.
Montag, 1. April 2013
wenn kahle wände trauer tragen
wir überschwemmten die nacht mit gin und sancerre im wechsel. mit vielen versprechen und ahnungslosigkeit flüchteten wir in eine schmerzfreiere welt. es gab daheim ein echtes leben. doch das wollte gerade niemand. und es war so weit weg. das leben ist manchmal wie ein parkhaus, sagte sie. mal leer oder manchmal zu voll. wie recht sie hatte.
dann zündete sie sich eine zigarette an und lehnte sich in die sibrische kälte hinaus. ihr t-shirt war verwaschen schwarzgrau. ihr herz schmerzte noch. das konnte ich spüren. ihre haare waren zwar durcheinander, wie ihr hirn, aber sie waren weich. mein daumen berührte ihre stirn. keine angst, sagte ich. ihr lippenstift klebte an jedem glas. wir tranken weiter. dann tanzten wir. bunte lichter. unsere arme streckten sich in die nacht. in jene nacht, die nicht enden wollte. schliesslich sassen wir in der wanne. ich am schlechteren ende. wir rauchten zwei joints und endlich wusste ich wieder wer ich war. woher ich kam. und wohin ich wollte. dann rollten wir uns auf ihrem bett hin und her. bis wir einschliefen.
kommst du wieder, wollte sie wissen. ich weiss nicht, sagte ich.
am nächsten tag waren wir im museum, es war dunkel. der aufseher schaute schon. die lichtinstallation nervte mich. ihre hand auf meiner brust nicht. sie wusste was sie wollte. ich nicht. dann traf sie ihre freundin. ich konnte kaum atmen. hockte im café und klopfte mit meiner faust den tisch ungeduldig ab.
ich schrieb ihr 43 nachrichten. dann rief sie an. komm, sagte sie. es war sehr kalt. die u-bahn kam nicht. ich sprang ins taxi, wusste ihre adresse nicht mehr. scheisse, dachte ich. scheisse. sie stand schon im treppenhaus als ich kam. barfüssig. komm rein mein held, sagte sie. ich war ihr held, ein mit rotwein abgefüllter idiot. küss mich, bat sie. ich erstickte fast an ihr und der vorstellung wiederzukommen. dann zog sie ihre stiefel an, ihren schweren mantel, den sie von ihrer grossmutter geerbt hatte und nahm meine hand. ich zeige dir was, sagte sie. und wir rannten durch die alten strassen. ich blieb überall hängen. ich kannte diese strassen nicht. die häuser nicht. die gegend nicht. aber ich vertraute ihr. vertrauen. vertrauen.
als ich die augen wieder aufmachte schmeckte die welt anders. elfenbeinfarben lag sie neben mir. ihre braunen augen hellwach. kannst du dir jetzt vorstellen wiederzukommen?
ja, sagte ich, wenn es wärmer wird. und könntest du dir dann vorstellen hierzubleiben, fragte sie. ja, sagte ich. dann küsste ich sie. ein letztes mal.
dann zündete sie sich eine zigarette an und lehnte sich in die sibrische kälte hinaus. ihr t-shirt war verwaschen schwarzgrau. ihr herz schmerzte noch. das konnte ich spüren. ihre haare waren zwar durcheinander, wie ihr hirn, aber sie waren weich. mein daumen berührte ihre stirn. keine angst, sagte ich. ihr lippenstift klebte an jedem glas. wir tranken weiter. dann tanzten wir. bunte lichter. unsere arme streckten sich in die nacht. in jene nacht, die nicht enden wollte. schliesslich sassen wir in der wanne. ich am schlechteren ende. wir rauchten zwei joints und endlich wusste ich wieder wer ich war. woher ich kam. und wohin ich wollte. dann rollten wir uns auf ihrem bett hin und her. bis wir einschliefen.
kommst du wieder, wollte sie wissen. ich weiss nicht, sagte ich.
am nächsten tag waren wir im museum, es war dunkel. der aufseher schaute schon. die lichtinstallation nervte mich. ihre hand auf meiner brust nicht. sie wusste was sie wollte. ich nicht. dann traf sie ihre freundin. ich konnte kaum atmen. hockte im café und klopfte mit meiner faust den tisch ungeduldig ab.
ich schrieb ihr 43 nachrichten. dann rief sie an. komm, sagte sie. es war sehr kalt. die u-bahn kam nicht. ich sprang ins taxi, wusste ihre adresse nicht mehr. scheisse, dachte ich. scheisse. sie stand schon im treppenhaus als ich kam. barfüssig. komm rein mein held, sagte sie. ich war ihr held, ein mit rotwein abgefüllter idiot. küss mich, bat sie. ich erstickte fast an ihr und der vorstellung wiederzukommen. dann zog sie ihre stiefel an, ihren schweren mantel, den sie von ihrer grossmutter geerbt hatte und nahm meine hand. ich zeige dir was, sagte sie. und wir rannten durch die alten strassen. ich blieb überall hängen. ich kannte diese strassen nicht. die häuser nicht. die gegend nicht. aber ich vertraute ihr. vertrauen. vertrauen.
als ich die augen wieder aufmachte schmeckte die welt anders. elfenbeinfarben lag sie neben mir. ihre braunen augen hellwach. kannst du dir jetzt vorstellen wiederzukommen?
ja, sagte ich, wenn es wärmer wird. und könntest du dir dann vorstellen hierzubleiben, fragte sie. ja, sagte ich. dann küsste ich sie. ein letztes mal.
Freitag, 29. März 2013
Donnerstag, 28. März 2013
schwarze wünsche
ich wünsche mir ein fahrrad. ein schwarzes, ein smartes. es soll eine gescheite bremse haben, nicht so wie vor 2 jahren in der kaiserstrasse, an jener roten ampel, als die bremse den geist aufgab und ich mich todesmutig durch die wagenschlange navigierte. es soll älter sein.voll funktionsfähig. und zuverlässig.
ich wünsche mir eine lederjacke. eine schwarze. ich besitze viele lederjacken. meine lieblingslederjacke, den rebell, habe ich vor kurzem verschenkt. rebell, weil ich diese fast 17 jahre mit mir rumschleifte. auf parties, am see nachts, im auto zum zudecken, im urlaub, zu jeans& zum kleid. der rebell passte immer. ich gab sie her, weil ich dachte, dass das mädchen nun auch so einen treuen begleiter braucht. nun brauche ich einen neuen rebellen.
BLK DNM
ich wünsche mir eine lederjacke. eine schwarze. ich besitze viele lederjacken. meine lieblingslederjacke, den rebell, habe ich vor kurzem verschenkt. rebell, weil ich diese fast 17 jahre mit mir rumschleifte. auf parties, am see nachts, im auto zum zudecken, im urlaub, zu jeans& zum kleid. der rebell passte immer. ich gab sie her, weil ich dachte, dass das mädchen nun auch so einen treuen begleiter braucht. nun brauche ich einen neuen rebellen.
Mittwoch, 27. März 2013
tick tack
es wird nicht wärmer. aber die zeit vergeht.
jeder zweite in der ubahn hält ein mobile in der hand statt ein buch.
es gibt nur noch flachbildschirme. das musste ich feststellen als mein alter buckliger grundig den geist aufgab.
die kinder trinken statt orangen fanta alkohol pops.
im internet tummeln sich mehr leute als auf der strasse.
wo es früher maximal 5 teesorten gab, wird man heute mit 100 sorten chai und glücktees totgeworfen.
die mädchen werden immer dünner, die brüste immer grösser.
die jungs sind mit 15 jahren riesen.
persönlich loben oder beleidigen kann man sich heute auf facebook.
man kann heute günstiger nach n.y. fliegen als mit der bahn nach hamburg fahren.
analoge fotographien sind mangelware.
google ersetzt die staubige enzyklopädie im heimatlichen bücherregal.
schallplatten gibt es fast nur noch in echten clubs.
die kinder von heute kennen keine pippi langstrumpf, aber dafür alle 500 tvprogramme und bescheuerte werbespots.
damals war es ein tagebuch, heute ein blog.
60 jährige sehen dank botoxkuren & wachstumshormonen aus wie 32.
es werden deans und monroes wiedergeboren, hinterlassen ausser schönheit jedoch nichts.
liebesbriefe finden nicht mehr auf papier statt, sondern auf whatsup.
burger werden vegetarisch, vegan und schmecken 100% nach nichts.
was sich jetzt anhört wie eine beschwerde ist die nackte normalität.
und wenn ich mich anschaue, werden es paar falten mehr. mehr rouge. mehr sonnenbrille. weniger platz im kopf. dafür mehr im herzen.
Dienstag, 26. März 2013
kapitel 1
lolita zu lesen brennt mir in den augen. ich tat es gleich zweimal. dann wusste ich nicht, wer hier irre ist. humbert humbert oder ich. oder doch nabokov? ich glaube humbert. er, der hebephile, wurde von nabokov zwar geboren um lolita zu begehren und zu lieben. aber er ist derjenige, der sie mitnimmt, sie als seine tochter ausgibt, mit ihr sex hat und letztendlich an ihr zugrunde geht.
wenn man jedoch weiss, wie nabokov stirbt & sein roman fast mit, ist er vielleicht doch der irre. und ich auch. weil ich, trotz massiver abneigung, weiterlese und mich tief in den verlockenden und blütenweissen gedankenbildern vergrabe:
'lolita, licht meines lebens. feuer meiner lenden. meine sünde, meine seele. lo-li-ta: die zungenspitze unternimmt eine reise von drei schritten den gaumen herunter, um beim dritten an die zähne zu stoßen. lo. li. ta.'
wem das nicht genügt weiterzulesen, fehlt triebhafte romantik und lust auf sprachabenteuer. und wo begehren aufhört und sex anfängt, halte ich inne. die vorstellung schneidet mich. irritiert mich. wie gut, dass nabokov viel über humbert's begierde schreibt. bis diese endlich feuer fängt.
wenn man jedoch weiss, wie nabokov stirbt & sein roman fast mit, ist er vielleicht doch der irre. und ich auch. weil ich, trotz massiver abneigung, weiterlese und mich tief in den verlockenden und blütenweissen gedankenbildern vergrabe:
'lolita, licht meines lebens. feuer meiner lenden. meine sünde, meine seele. lo-li-ta: die zungenspitze unternimmt eine reise von drei schritten den gaumen herunter, um beim dritten an die zähne zu stoßen. lo. li. ta.'
wem das nicht genügt weiterzulesen, fehlt triebhafte romantik und lust auf sprachabenteuer. und wo begehren aufhört und sex anfängt, halte ich inne. die vorstellung schneidet mich. irritiert mich. wie gut, dass nabokov viel über humbert's begierde schreibt. bis diese endlich feuer fängt.
Donnerstag, 21. März 2013
engel und lieder
ich ließ meinen engel lange nicht los,
und er verarmte mir in den armen
und wurde klein, und ich wurde groß:
und auf einmal war ich das erbarmen,
und er eine zitternde bitte bloß.
da hab ich ihm seine himmel gegeben, -
und er ließ mir das nahe, daraus er entschwand;
er
lernte das schweben, ich lernte das leben,
und wir haben langsam einander
erkannt...
aus: frühere gedichte -engellieder/rilke
Mittwoch, 20. März 2013
tour de france
http://www.freundevonfreunden.com/interviews/louise-brody-charles-poisay
böden, art deco, dubrovnik, mac, noguchi & der rote nagellack. das ist es.
böden, art deco, dubrovnik, mac, noguchi & der rote nagellack. das ist es.
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