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Dienstag, 16. Februar 2016

das knistern des zigarettenpapiers






Die ORF-Studios in Wien sind vorwiegend aus Holz und atmen noch den Geist der Nachkriegsmoderne; man ahnt graue Bandmaschinen und in hellen Regalen archivierte Tondokumente. Auch der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan ist von einer spezifischen existenziellen Wucht, die so nur in den Fünfzigerjahren zu verorten sein kann. Die Regisseurin Ruth Beckermann hat die Schauspieler Anja Plaschg und Laurence Rupp in diese Räume gestellt und lässt sie, oft in Großaufnahme, aus den mit Bedeutung aufgeladenen und entrückten Briefen lesen. Die beiden sind ungefähr genauso alt, wie Bachmann und Celan es damals waren, und sie entsprechen auch ihrem Typ: Rupp hat etwas Weiches und ein entfernt poetisches Flair, Anja Plaschg, die unter dem Namen "Soap & Skin" ziemlich interessante Popmusik macht, wird genauso inszeniert wie Bachmann damals auf dem berühmten Spiegel-Cover: kurze Haare, große Augen und vor allem volle, aufgeworfene Lippen.
Die Grundidee des Films "Die Geträumten" ist es, die jungen Schauspieler von heute mit den jungen Dichtern von damals zu konfrontieren. Sie lesen, als Spiel im Spiel, die Texte für eine Radioproduktion ein, beginnen ernst und herantastend, dann tritt der Aufnahmeleiter ins Bild und rückt die Mikrofone zurecht. In der Pause sitzen sie auf einer Treppe im Freien, drehen Zigaretten und kichern. Die "Liebe" ist ein großes Wort, und Bachmann und Celan umkreisen es intensiv. Es gibt immer wieder gegenseitiges Unverständnis und Hilflosigkeit: Celan, der überlebende Jude, Bachmann, die sich in die Rolle des Opfers hineinzudenken und hineinzuschreiben versucht. Als Anja Plaschg Bachmanns pathetische Sätze "Ich habe alles auf eine Karte gesetzt, und ich habe verloren" nach einer ersten Abwendung Celans gelesen hat, hält sie sich das Manuskript vors Gesicht, verbirgt ihre Rührung und ihr Befremden - es gibt mehrere starke Szenen, in denen Distanz und Annäherung, Faszination und Abwehr in einem einzigen, widersprüchlichen Gesichtsausdruck festgehalten werden.
Auf dem Höhepunkt der Beziehung 1957/58, Celan wohnt in Paris, Bachmann in München, geht es oft darum, wer zu wem kommt. Die Schauspieler fangen an, in den Pausen über die Verhaltensweisen der beiden Dichter zu diskutieren, Rupp ist verwundert und fragt nach, Plaschg versetzt sich in Bachmann hinein. Die immer größere Nähe wird aber auch wieder aufgefangen durch entlastende Kalauer beim Zigarettendrehen. Das kann Plaschg nicht so gut, Rupp sagt: "Ich mach's dir", und Plaschg beginnt zu prusten: "Soll ich jetzt auch kommen?" Sie zeigt ihre Tattoos, die durch und durch von heute sind. Aber wenn sie auf dem Boden liegen und über Kopfhörer James Brown aus dem Jahr 1967 hören, scheinen ihre Körperbewegungen auf merkwürdig stimmige Weise dem Duktus des Briefwechsels zu folgen.
Es ist ein Kammerspiel, und es geht mehr um den Blick der Gegenwart als um den konkreten Zeithintergrund. So übernahm die Regisseurin im Publikumsgespräch auf der Berlinale ungeprüft das Klischee, Autoren wie Grass oder Heißenbüttel (die gar nicht anwesend waren) hätten Celan 1952, bei seiner Lesung auf der Tagung der Gruppe 47"wirklich ausgelacht". Diese sonderbar begierig weiterverbreitete Legende geht einzig und allein auf ein 1976geführtes und eher selbstdarstellerisches Interview von Walter Jens zurück.
Mit den hervorragenden Schauspielern und der konzentrierten Bildsprache gelingen Ruth Beckermann jedoch über weite Strecken paradoxerweise schöne Anklänge an ein altes Überwältigungskino. Der Briefwechsel von Bachmann und Celan, der etliche Seitenstränge hat, viele Differenzierungen und Abwägungen, ist auf die emotionalen Effekte reduziert. Manchmal werden Briefsätze und Zeilen aus verschiedenen Gedichten aus ihrem Zusammenhang gerissen und collagiert. Bachmanns Briefzeile "Aber sind wir nur die Geträumten?", in Anspielung auf Celans "es stehn / die Geträumten für / die Mitternachtsziffer", wird dreimal an verschiedenen Stellen wiederholt. Dabei wird Bachmann unter der Hand eine souveränere und realistischere Haltung zugeschrieben, obwohl im Briefwechsel klar wird, dass das Bild der "Geträumten" auf sie selbst zurückgeht. Aber der Film macht Lust, weiter über diesen spannungsgeladenen Briefwechsel und seine heutigen Lesarten zu diskutieren.

(quelle: die geträumten/süddeutsche/15.02.2016)

Montag, 8. Februar 2016

das wasser und der mann

leise lief ich den strand entlang. niemand sah mich. es war kalt und der wind wühlte mein haar auf. der regen begann, doch ich lief weiter. an einer stelle blieb ich stehen und sah auf das wild gewordene wasser hinaus. der ozean schien alles zu verschlingen. den wind. den regen. die schreienden möwen. das grau des wasser unterschied sich kaum noch vom himmel. und es war laut. in mir war es auch laut. mein herz war ein einziges orchester. ich lief weiter. meine augen tränten, da sich das salz im wind dort verfing. doch so sehr ich auch meine augen verschliessen und schützen musste, sah ich dich  dort im ozean. ich spürte deine unbändige kraft. und deine art dinge zu vereinen. und wieder zu trennen und wegzuspülen. es tat kurz weh. dann lief ich weiter.

Mittwoch, 11. November 2015

mittwoch


ich wollte hier erst viel schreiben. aber mir fällt nichts ein, ausser dass ich dich liebe.
und wir bald hier sind.



Dienstag, 20. Oktober 2015

meine reise

ich reise.
durch den sturm.
durch kälte.
bergauf.
bergab.

ich komme an.
es ist warm.
du.
liebe.
leben.
freude.
nicht einfach.
nicht schwer.

aber
ich bleibe.
hier ist
leben um zu leben.
und 
liebe um zu lieben.

Dienstag, 30. Juni 2015

sommer

mauersegler. sportflugzeuge. der himmel ist so blau, dass ich die sonnenbrille aufsetzen muss.
es ist zu warm. überall. sogar im kühlschrank. ich muss ans meer oder in eine klimaanlagenstadt. dort sitzen rosé trinken. schauen. kein wort reden. das ist sommer.

ich habe lust und möchte raus. und was tue ich? ich putze die scheissbude zum 100. mal in dieser woche. der dreck ist schon längst weg aber ich will bis an den grund gehen. um wohl die wahrheit zu erkennen. oder wegzulaufen. ich habe keine ahnung.


Dienstag, 19. Mai 2015

neuer tag

und ich tauchte auf im warmen see der liebe.

Montag, 27. April 2015

Sonntag, 26. April 2015

zuhause ist...





er fragte: magst du mit mir den ersten spargel essen?
sie sagte: ja!


Donnerstag, 9. April 2015

das ende deiner tage - der anfang meiner nächte

wir trafen uns nicht. mit absicht nicht. wir wussten, die welle ist zu gross. wir würden untergehen.
wir lebten zwischen tag und nacht. dazwischen gab es keine welten.
ich mochte das. verbindlichkeiten wollte ich nicht. dafür war ich zu frei. und frei war schön.

deine augen hatten das grünblau. wie urlaub ohne zu verreisen. du mochtest mich. und ich habe dich bewundert. war es das? wir wollten erst abhauen. doch das war nicht das richtige. wir sollten uns den dingen stellen. doch wollten wir das nicht.

ich saß stumm in deiner küche. schaute auf die uhr an der wand. in deine augen. da ein bienensummen. es zwar zu hell, um zu reden. ich sah auf meine hände. dann auf deine. waren wir alt? oder zu jung? du bist aufgestanden, hast am fenster geraucht. und mich angesehen. ich mag zu dir hattest du gesagt. es war 10 uhr morgens. ich trank den kalten kaffeerest. es war bitter. ich hörte ein sportflugzeug. das mochte ich.

dann ging ich zu tür. roch an deinem after shave. du warst schön. vor allem in dir drin. dann ging ich raus. der garten lebte. ich auch. langsam. ganz langsam.

ausser meinem wilden herzen war es still. ganz still.


Mittwoch, 18. Februar 2015

verliebt in die freiheit

dann liege ich nachts gerne wach. oder ich fahre nachts taxi, um zu dir zu kommen. wortlos. so wie du es willst. oder wir tanzen in dieser wohnung. nackt. oder alleine. es ist mir egal. wir hören farben. und ich liebe diesen zustand. nein, ich bin verliebt in diesen zustand. denn alles geht vorüber.




Dienstag, 13. Januar 2015

die reisen des jungen werther

goethe ist verliebt und macht urlaub. er hat mich in seinem gepäck mitgenommen. er ist nicht etwa in italien. nein. er ist am anderen ende der welt. es stellt sich nun niemand die gretchenfrage mehr.
ich wünsche mir, dass er sich erholt und am 13. februar, wie versprochen, wiederkommt.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

regen



 „als junger mensch war ich faul. ich hatte talent, aber es gab vieles in meinem leben, was mir wichtiger war als üben. gutes essen, gute zigarren, große weine, schöne frauen … als ich in den lateinischen ländern spielte, in spanien, frankreich, italien, liebte man mich wegen meines temperaments. in russland hatte ich auch keine schwierigkeiten, aber in england und amerika meinte das publikum, für sein geld alle noten hören zu müssen; ich ließ jedoch damals viele unter den tisch fallen, vielleicht dreißig prozent, und man fühlte sich betrogen. ich konnte nicht täglich acht bis zehn stunden am klavier sitzen. ich lebte für jede minute. ich war tief beeindruckt von leopold godowsky. fünfhundert jahre würde ich brauchen, um solche technik zu bekommen. aber was hatte er davon? er war ein unglücklicher, verkrampfter mensch, der sich elend fühlte, wenn er nicht am klavier saß. hat er sein leben nicht verpasst?“ – rubinstein

Montag, 8. Dezember 2014

küche und bad

der sommer ist gegangen. ich sitze in der küche und ich erinnere mich, als du bei mir warst. du hast genau hier gesessen, bei offenem fenster rotwein getrunken und in die dunkelheit rausgesehen. ich war unter der dusche. du hast mich beobachtet, als ich meine achseln rasiert habe. dann bist du aufgestanden und hast du mich aus der dusche getragen. ich habe dein begehren gespürt. tief in mir.
ich erinnere mich, wie du mich in einsamen hofeinfahrten und hauseingängen gegen die wand gedrückt hast, mich geküsst hast, mich berührt hast. du hast deinen kopf unter meinem kleid versteckt.  es war dir egal wo wir waren. du hast gesucht und du hast gefunden. ich mochte das. fast waren wir wie kinder, die es ständig wissen wollten. aber wir flohen, vor allem vor unserer kindheit.

heute ist es kalt. jede hofeinfahrt und jeder hauseingang ist einsamer als je zuvor. niemand wird dort geküsst. berührt und man hört nichts.
ich sehe raus. es ist dunkel. die dusche ist leer. der rotwein auch. ich stehe auf und verlasse küche und bad.


Sonntag, 7. Dezember 2014

Dienstag, 16. September 2014

wolkenlos

heute habe ich dich gehen lassen. mit dir ging der regen und die sonne kam raus.  

Donnerstag, 21. August 2014

gezeiten

sie riecht nicht pudrig. das kannte ich fast aus jeder großstadt. sie riecht frisch, fast schon nach meerwasser. gibt es das? ihre stimme ist auch erfrischend. aufgeweckt und konstant zugleich. ich mag es, wie sie ihr wasserglas hält. ihre hände sind braungebrannt und ihr nagellack in rot bröckelt. ihre fassade bröckelt jedoch nicht. dafür ist sie zu offen.
ich höre mich verliebt an, nicht wahr? vielleicht bin ich es auch. ja, ich glaube ich bin verliebt. diese frau hat mehr als nur weiße zähne und sommersprossen. ich bin glücklich, wenn ich bei ihr bin. glücklich. das war ich lange nicht mehr. scheidung, trennung, schrecklich. sie ist einfach nur da. sie lacht und hält meine hand. zieht mich quer über den erdball. dann ins bett. hier erliege ich ihr völlig. sie kommt und geht wie die gezeiten. ich kann sie kaum aufhalten. ja, ich höre mich wie ein teenager an. ich will sie. mehr und mehr. jeden tag. wann habe ich die schnauze voll? wann kotzt sie mich an? ich huste. schalte den kopf jetzt aus.

Mittwoch, 20. August 2014

ost und west

als die sonne unterging und es kalt wurde, rauchten wir unsere letzte zigarette. ich zog schneller daran als du, wahrscheinlich wollte ich schneller weg. ständig musste ich dich ansehen. du hast mich dann angeschaut wie ein grosser junge. ich wurde älter. vernünftiger. ich schmiss die kippe in den gully. da glühte das ding vor sich hin. wenn du wüsstest, dachte ich, wieviel du mir bedeutest. ich wusste, dass es nun ein abschied war. ich spürte es. was du gespürt hast, wusste ich nicht. das wusste ich selten. mein kopf malte sich bilder aus, die mal passten, mal auch nicht.
dann hast du mich umarmt und mit deiner hand über mein haar gestrichen. deine hand war warm und weich und erinnerte mich an meine kindertage. ich drückte den kloß im hals weg. auch die tränen. ich blieb tapfer. sah dich an, aber sah dich kaum noch,  da meine tränen dich verwischten. ich wollte nicht, dass du mich so siehst. ich wusste, dass es liebe ist, doch waren wir nicht an einem ort. ich war im osten. du im westen. es gab kein zurück.
als ich aufsah, hast du weggeschaut. deine wangen glänzten. du hast geweint. ich wollte nicht weg, doch musste ich. etwas ließ meine beine dann weglaufen, schnell, noch schneller. ich sah nicht zurück und übertrat die grenze. ich spürte mein herz bis zum kopf. warst du das? der osten sah mich kalt an. doch hier war ich zuhause.
ich stieg die treppen hoch zu meiner wohnung. es roch nach lilien und kaltem kaffee. die wäsche war weggeräumt und ich umarmte mein kissen. ich biß hinein und weinte.
irgendwann wachte ich nachts auf. zog die jeans aus und den pullover. alles roch nach dir. ich hüpfte unter die dusche und wartete bis dein duft im abfluss verschwunden war. mit einem rotwein in der hand ging ich ins bett, machte das radio an und hörte leise die nachrichten. dann ein klassisches musikstück und schlief ein.
der nächste morgen war grau. die wolken. die strassen und mein gesicht. ich hatte auch den eindruck, dass meine augenfarbe grau wurde.
ich badete. das wasser war irgendwann kalt und mir auch. abends merkte ich, dass ich nichts gegessen hatte, keine emails hatte ich beantwortet und mein handy war seit tagen aus. ich holte zigaretten und zwei flaschen rotwein. das ging. das konnte ich ertragen.
ich schaute in den westen. von dort kam der wind. und die schwalben. so blieb ich stehen, bis es immer dunkler wurde und der letzte lichtstrahl verschwand. so wie du.



Dienstag, 19. August 2014

postskriptum

die geräusche der aussenwelt vermischten sich zu einem ton. das krähenkrächzen, spatzenrufen und vorbeifahrende autos sind nicht mehr eindeutig identifizierbar. ich liege im bett auf dem rücken. die kühle luft fliesst ungehindert durch das halbgeöffnete fenster. meine gedanken machen keine berg- und talfahrt mehr. ich werde älter.
als wir uns das erste mal sahen, waren wir kinder. als wir uns das letzte mal sahen, waren wir erwachsene. hier könnte man denken, wir hätten viel gelernt. aneinander beigebracht. gezeigt. verloren. verziehen. als wir auseinander gingen, war alles wieder jungfräulich, ja fast kindlich.
neutral würden andere sagen.
ich denke an die letzten gemeinsamen stunden zurück. du hast mich lange im arm gehalten. ich habe abgeschaltet. dein herz hat mich navigiert. ich konnte nie vertrauen, doch ich tat es. es war keine frage mehr. ich tat es einfach.
nüchtern betrachtet waren wir nie ein paar. aber wir waren eine einheit, die der welt gewachsen war. so konnten wir die schicksale stemmen. wir konnten den anderen aufheitern. ihn begleiten. motivieren.
unser ende kam zu schnell. der verstand schnitt uns auseinander. unsere herzen schlugen immer noch im gleichen takt.
im alleingang ist alles anders. die wahrnehmung konzentriert sich auf details. der tag wird aufgesaugt, wie ein schwamm. die nächte werden nicht mehr unterbrochen. aber sie werden unbedeutend.
und wenn ich so im bett auf dem rücken liege und der einheitliche ton sich wieder in krähenkrächzen, spatzenrufen und autogeräusche aufteilt, die kühle luft noch frischer ist als vorher, so weiss ich, dass ich angekommen bin.

Donnerstag, 26. Juni 2014

farbspiele

wir trafen uns nachts, da es tagsüber zu hell war um liebe zu machen. der wahrheit konnte ich wohl nicht ins auge sehen. im morgengrauen wolltest du mich nie gehen lassen. und ich konnte nicht aufhören dich nachts zu besuchen. es gab nur schwarz. weiss war nicht in sicht und grau war eine qual.
so liebten wir uns nacht für nacht und hatten keine worte für den tag. die zeit verging und der geist erschöpfte, noch bevor es der körper tun konnte. 

'willst du mal tagsüber kommen?'
'ich komme nachts- das reicht mir.'
'ich meine auf einen kaffee.'
'einen richtigen kaffee?'
'ja, einen richtigen kaffee. schwarz oder mit milch. '

es wurde hell. du hast jedesmal gemerkt, dass ich verschwinden wollte. ich zog mich an, ging und besuchte dich nicht mehr. 
es war an einem vormittag als ich klingelte. die tür öffnete sich und ich ging langsam die stufen hoch. das treffenhaus war grau. du hattest ein grünes t-shirt an. und gelächelt hast du. ich drückte dir die mitgebrachten kaffeebohnen in die hand. dann sah ich mich um. die wohnung war weiss. als ich draussen auf dem balkon saß und du mir den kaffee unter die nase gehalten hast, sah ich schwarz. dann deine augen. die waren blau.

'vielleicht ist es mehr als kaffee?'
'ja vielleicht.'
'so was wie liebe?'
'so was könnte es sein.'

wir trafen uns nun tagsüber. tranken kaffee. redeten. die wohnung nahm farben an. war das die wahrheit? du mochtest das weiss neben dem grün meiner augen. viele wochen vergingen.
nachts trafen wir uns nur noch, wenn meine hand im schlaf deine berührte. ich hörte deinen atem. fühlte deine warme haut. und mochte das. auch im morgengrauen. und das war die wahrheit.





Donnerstag, 19. Juni 2014

mit und ohne sie

es war hell. wir lagen im bett und aßen pizza. sie war kalt. die cola zu warm. aber was machte das schon? die nacht wollte offensichtlich nicht enden. du hattest mich geküsst. dann ich dich. wir umarmten uns. wie kleine kinder. dann reisst meine erinnerung ab. später lagen wir in zerwühlten laken. du hattest eine zigarette geraucht. ich habe es gehasst, aber dir immer verziehen. wir redeten über die welt. die welt mit und ohne sie. dann mussten wir weinen, wie kleine kinder. ja, hier konnten  wir kinder sein. ich mochte wie du mich angeschaut hast. du mochtest wie ich dein haar gekrault habe. wir hörten die nachrichten und ich zog mich langsam an. ich wollte nicht gehen. nicht in mein leben zurück. du wolltest dass ich bleibe. kurz nach 1uhr mittags ging ich. mein kopf hämmerte. noch klebe ich an deinen lippen. an deinen worten. gedanken. du sagtest du riechst mich. überall. ich musste lachen. 
die welt dreht sich weiter.
die welt dreht sich weiter. mit und ohne sie.