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Donnerstag, 9. April 2015

das ende deiner tage - der anfang meiner nächte

wir trafen uns nicht. mit absicht nicht. wir wussten, die welle ist zu gross. wir würden untergehen.
wir lebten zwischen tag und nacht. dazwischen gab es keine welten.
ich mochte das. verbindlichkeiten wollte ich nicht. dafür war ich zu frei. und frei war schön.

deine augen hatten das grünblau. wie urlaub ohne zu verreisen. du mochtest mich. und ich habe dich bewundert. war es das? wir wollten erst abhauen. doch das war nicht das richtige. wir sollten uns den dingen stellen. doch wollten wir das nicht.

ich saß stumm in deiner küche. schaute auf die uhr an der wand. in deine augen. da ein bienensummen. es zwar zu hell, um zu reden. ich sah auf meine hände. dann auf deine. waren wir alt? oder zu jung? du bist aufgestanden, hast am fenster geraucht. und mich angesehen. ich mag zu dir hattest du gesagt. es war 10 uhr morgens. ich trank den kalten kaffeerest. es war bitter. ich hörte ein sportflugzeug. das mochte ich.

dann ging ich zu tür. roch an deinem after shave. du warst schön. vor allem in dir drin. dann ging ich raus. der garten lebte. ich auch. langsam. ganz langsam.

ausser meinem wilden herzen war es still. ganz still.


Mittwoch, 25. März 2015

nackt

wir stiegen aus dem taxi. die nacht wurde zum tag. und draussen waren wir nackt. wie schön das war.

Mittwoch, 18. Februar 2015

verliebt in die freiheit

dann liege ich nachts gerne wach. oder ich fahre nachts taxi, um zu dir zu kommen. wortlos. so wie du es willst. oder wir tanzen in dieser wohnung. nackt. oder alleine. es ist mir egal. wir hören farben. und ich liebe diesen zustand. nein, ich bin verliebt in diesen zustand. denn alles geht vorüber.




Donnerstag, 26. Juni 2014

farbspiele

wir trafen uns nachts, da es tagsüber zu hell war um liebe zu machen. der wahrheit konnte ich wohl nicht ins auge sehen. im morgengrauen wolltest du mich nie gehen lassen. und ich konnte nicht aufhören dich nachts zu besuchen. es gab nur schwarz. weiss war nicht in sicht und grau war eine qual.
so liebten wir uns nacht für nacht und hatten keine worte für den tag. die zeit verging und der geist erschöpfte, noch bevor es der körper tun konnte. 

'willst du mal tagsüber kommen?'
'ich komme nachts- das reicht mir.'
'ich meine auf einen kaffee.'
'einen richtigen kaffee?'
'ja, einen richtigen kaffee. schwarz oder mit milch. '

es wurde hell. du hast jedesmal gemerkt, dass ich verschwinden wollte. ich zog mich an, ging und besuchte dich nicht mehr. 
es war an einem vormittag als ich klingelte. die tür öffnete sich und ich ging langsam die stufen hoch. das treffenhaus war grau. du hattest ein grünes t-shirt an. und gelächelt hast du. ich drückte dir die mitgebrachten kaffeebohnen in die hand. dann sah ich mich um. die wohnung war weiss. als ich draussen auf dem balkon saß und du mir den kaffee unter die nase gehalten hast, sah ich schwarz. dann deine augen. die waren blau.

'vielleicht ist es mehr als kaffee?'
'ja vielleicht.'
'so was wie liebe?'
'so was könnte es sein.'

wir trafen uns nun tagsüber. tranken kaffee. redeten. die wohnung nahm farben an. war das die wahrheit? du mochtest das weiss neben dem grün meiner augen. viele wochen vergingen.
nachts trafen wir uns nur noch, wenn meine hand im schlaf deine berührte. ich hörte deinen atem. fühlte deine warme haut. und mochte das. auch im morgengrauen. und das war die wahrheit.





Donnerstag, 19. Juni 2014

mit und ohne sie

es war hell. wir lagen im bett und aßen pizza. sie war kalt. die cola zu warm. aber was machte das schon? die nacht wollte offensichtlich nicht enden. du hattest mich geküsst. dann ich dich. wir umarmten uns. wie kleine kinder. dann reisst meine erinnerung ab. später lagen wir in zerwühlten laken. du hattest eine zigarette geraucht. ich habe es gehasst, aber dir immer verziehen. wir redeten über die welt. die welt mit und ohne sie. dann mussten wir weinen, wie kleine kinder. ja, hier konnten  wir kinder sein. ich mochte wie du mich angeschaut hast. du mochtest wie ich dein haar gekrault habe. wir hörten die nachrichten und ich zog mich langsam an. ich wollte nicht gehen. nicht in mein leben zurück. du wolltest dass ich bleibe. kurz nach 1uhr mittags ging ich. mein kopf hämmerte. noch klebe ich an deinen lippen. an deinen worten. gedanken. du sagtest du riechst mich. überall. ich musste lachen. 
die welt dreht sich weiter.
die welt dreht sich weiter. mit und ohne sie.

Sonntag, 8. Juni 2014

Donnerstag, 5. Juni 2014

nächtliche erdbeeren

ich saß auf dem fensterbrett. meine beine baumelten nackt in die nacht herunter. hinter mir lief jazz, ich habe den namen des interpreten vergessen. dann kamst du. hast mir ein glas rotwein gereicht. die gläser waren klein. mein durst gross. du hattest dein kinn in mein schulterblatt eingegraben. und so hörten wir die musik. und die strassenbahnen.
'ich kann keine erdbeeren essen.'
'nein?'
'nein!'
'vielleicht mag ich auch keine erdbeeren mehr essen.
'nein?'
'nein!'
'magst du mich küssen?'
'nein!'
'nein?'
'nein!'
dein kinn verließ mein schulterblatt. es war eine warme nacht und mich verließ der glaube. als ich die augen öffnete war es zu hell. ich sah nach links und fand dein kinn diesmal im kissen vergraben. ich zog mich an.
'ich liebe dich.'
'ja?'
'ja!
ich musste schlucken.
'geh nicht!'
'nein?'
'nein!'
ich stand an der türe. wollte raus. raus in den zu hellen morgen. ich hatte die ganzen erdbeeren gegessen. du die ganze rotweinflasche getrunken. ich musste weg.
'bleib!'
du hattest dich nackt gegen die türe gepresst. ich kam nicht an dir vorbei.
'bleib!'
ich spürte die warmen tränen. sie liefen mir die wangen herunter.
langsam zog ich meine schuhe aus. meinen rock. und den rest. stand am fenster. die sonne war warm. dann spürte ich dein kinn. du hattest es in meinem schulterblatt eingegraben. wir hörten den straßenbahnen zu. und ich blieb.



Donnerstag, 13. Juni 2013

5 sekunden ewigkeit

frankfurt 12.06.2013. JP morgan lauf.  über 69.000 läufer. die stadt im fröhlichen ausnahmezustand. maximale menschendichte. überall bunte funktionskleidung. fresspakete. apfelsaftschorlen. hier und da roch man deo. hier und da fehlte es. lautsprecher. musik. absperrungen. menschenmassen. fast wie bei einer demonstration. ein leichter wind wehte und um 7.30 p.m. fiel der startschuss. so liefen alle los. mit bäuchen. mit krampfadern. mit six - oder eightpacks. sport-BH's. gewinnergedanken. gedanken an das abendessen. gedanken an die siegerehrung. gedanken an die knackige kollegin. gedanken an den ehegatten auf der couch. gedanken an bier. gedanken ans pinkeln. gedanken an den lahmarschigen abteilungsleiter. gedanken an die kinder im bett. freude lag in der luft. freude und spannung.
plötzlich tat es einen unüberhörbaren knall. kurz bewegte sich die erde. irgendwo. dann schreie. hilferufe. die homogene menschenblase bewegte sich wild auseinander. man konnte es auf den livebildschirmen verfolgen, jedoch nicht sehen was passiert ist. massenpanik brach aus. die läufer trieben wie gehetztes vieh durch die strassen, rannten  bierbänke, tische und wurststände um. rissen schaulustige mit. man sah blutende menschen. schreiende menschen. bleiche menschen. in ohnmachtfallende menschen. die musik wurde abgelöst von notarztsirenen. einsatzkräften. hubschraubern. doch was war passiert? die sicherheitskräfte schirmten so gut wie möglich alles ab - doch gelang es ihnen nicht, die sich ausdehnende panik einzudämmen.
im unteren teil des reuterwegs musste was passiert sein. aus der richtung kamen die teilnehmer zurück-rannten gegen den strom. zum teil blutüberströmt. dann wussten wir es. ein sprinter hatte eine bombe am körper. er sprengte sich in die luft. es geschah um 8.15 p.m. er riss sich und andere in den tod. nun rannten alle. alle rannten um zu überleben. alles was sich bewegen konnte - bewegte sich. blaulicht überall. schock. angst und letztendlich betroffenheit. dann wurden die strassen langsam leer. die verpflegungsstände und tribünen wie ausgestorben. hier und da lagen laufschuhe. trikots. taschen. kameras.
die sekunden an den digitalen stopuhren liefen jedoch weiter. doch brauchten sie eine ewigkeit.

Donnerstag, 28. März 2013

schwarze wünsche

ich wünsche mir ein fahrrad. ein schwarzes, ein smartes. es soll eine gescheite bremse haben, nicht so wie vor 2 jahren in der kaiserstrasse, an jener roten ampel, als die bremse den geist aufgab und ich mich todesmutig durch die wagenschlange navigierte. es soll älter sein.voll funktionsfähig. und zuverlässig.

ich wünsche mir eine lederjacke. eine schwarze. ich besitze viele lederjacken. meine lieblingslederjacke, den rebell, habe ich vor kurzem verschenkt.  rebell, weil ich diese fast 17 jahre mit mir rumschleifte. auf parties, am see nachts, im auto zum zudecken, im urlaub, zu jeans& zum kleid. der rebell passte immer. ich gab sie her, weil ich dachte, dass das mädchen nun auch so einen treuen begleiter braucht.  nun brauche ich einen neuen rebellen.



                            BLK DNM

Mittwoch, 27. März 2013

tick tack


es wird nicht wärmer. aber die zeit vergeht.
jeder zweite in der ubahn hält ein mobile in der hand statt ein buch.
es gibt nur noch flachbildschirme. das musste ich feststellen als mein alter buckliger grundig den geist aufgab.
die kinder trinken statt orangen fanta alkohol pops.
im internet tummeln sich mehr leute als auf der strasse.
wo es früher maximal 5 teesorten gab, wird man heute mit 100 sorten chai und glücktees totgeworfen.
die mädchen werden immer dünner, die brüste immer grösser.
die jungs sind mit 15 jahren riesen.
persönlich loben oder beleidigen kann man sich heute auf facebook.
man kann heute günstiger nach n.y. fliegen als mit der bahn nach hamburg fahren.
analoge fotographien sind mangelware.
google ersetzt die staubige enzyklopädie im heimatlichen bücherregal.
schallplatten gibt es fast nur noch in echten clubs.
die kinder von heute kennen keine pippi langstrumpf, aber dafür alle 500 tvprogramme und bescheuerte werbespots.
damals war es ein tagebuch, heute ein blog.
60 jährige sehen dank botoxkuren & wachstumshormonen aus wie 32.
es werden deans und monroes wiedergeboren, hinterlassen ausser schönheit jedoch nichts.
liebesbriefe finden nicht mehr auf papier statt, sondern auf whatsup.
burger werden vegetarisch, vegan und schmecken 100% nach nichts.
was sich jetzt anhört wie eine beschwerde ist die nackte normalität.
und wenn ich mich anschaue, werden es paar falten mehr. mehr rouge. mehr sonnenbrille. weniger platz im kopf. dafür mehr im herzen.


Donnerstag, 14. März 2013

frankfurt, minus 8grad

während in rom der neue papst gewählt wurde, versank deutschland erneut im schnee. eine massenkarambolage sperrte die A45, am frankfurter flughafen wurden hunderte von flügen gestrichen, frankfurt schien wie ausgestorben. die wenigen, die sich noch ins freie trauten, bewegten sich wie roboter auf der frischen schneedecke oder schlitterten auf ledersohlen über strassen und u-bahnschächte. todesmutige velophile kämpften sich wie reinhold messner durch schneegräben und gaben bald fluchend auf.
manche haben ein patentrezept gegen kälte. meine neuen nachbarn zum beispiel. vor knapp zwei wochen sind die beiden eingezogen. ein pärchen. erst hat mich der nächtliche aufbau von küchenmöbeln geweckt und  nun der beischlaf. was heisst beischlaf. die schreien sich die seele aus dem leib. mal höre ich sie. dann ihn. und das bett. donnerstagabend, freitagnacht, samstagmorgen um 6 uhr, sonntags um 7uhr. von der kälte bekommen die nichts mit. auch nicht, dass noch andere leute im haus wohnen. ein kumpel riet zum besenstiel, welchen ich an die decke stoßen sollte. ein anderer sprach von drohbriefen, anwalt& gott weiss noch was. ich warte erstmal ab. die vögelei langweilt bestimmt bald. ich hoffe nur, dass die sich dann was sinnvolleres einfallen lassen.
aktuell haben wir minus8 grad, aber die sonne scheint. abends ist es  länger hell und bald kommt
der frühling. das ist zumindest sicher.