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Montag, 8. Februar 2016

das wasser und der mann

leise lief ich den strand entlang. niemand sah mich. es war kalt und der wind wühlte mein haar auf. der regen begann, doch ich lief weiter. an einer stelle blieb ich stehen und sah auf das wild gewordene wasser hinaus. der ozean schien alles zu verschlingen. den wind. den regen. die schreienden möwen. das grau des wasser unterschied sich kaum noch vom himmel. und es war laut. in mir war es auch laut. mein herz war ein einziges orchester. ich lief weiter. meine augen tränten, da sich das salz im wind dort verfing. doch so sehr ich auch meine augen verschliessen und schützen musste, sah ich dich  dort im ozean. ich spürte deine unbändige kraft. und deine art dinge zu vereinen. und wieder zu trennen und wegzuspülen. es tat kurz weh. dann lief ich weiter.

Dienstag, 30. Juni 2015

sommer

mauersegler. sportflugzeuge. der himmel ist so blau, dass ich die sonnenbrille aufsetzen muss.
es ist zu warm. überall. sogar im kühlschrank. ich muss ans meer oder in eine klimaanlagenstadt. dort sitzen rosé trinken. schauen. kein wort reden. das ist sommer.

ich habe lust und möchte raus. und was tue ich? ich putze die scheissbude zum 100. mal in dieser woche. der dreck ist schon längst weg aber ich will bis an den grund gehen. um wohl die wahrheit zu erkennen. oder wegzulaufen. ich habe keine ahnung.


Donnerstag, 21. Mai 2015

poetik des raums

ich sitze in der küche und höre die kuckucksuhr. der kaffee kocht. es ist übrigens keiner mehr da. also gehe ich raus.
die mauersegler toben umher und es fühlt sich nach gewitter an. den regen riecht man schon auf dem asphalt. vor dem supermarkt sitzt ein penner. ein schild gibt das wort obdachlos her und nebendran steht ein becher und ein bild vom winkendem papst johannes dem 2. ich muss kurz schlucken. wahrscheinlich wollte der obdachlose signalisieren, dass das gespendete geld für einen guten zweck ist oder der papst sollte dazu aufmuntern ihm was in den becher zu werfen. ich weiss es nicht. er tat mir leid. oder doch eher die kinder, die nun mit rosa sonnenbrillen rumlaufen und ihrer mutter ähnlich sehen? auch das weiss ich nicht. ich bin froh wieder in meiner wohnung angekommen zu sein. mit der kuckucksuhr und dem brummen des kühlschranks. ich atme auf. schaue raus. es ist grün.
und das leben geht weiter. so war es schon immer.


Dienstag, 19. Mai 2015

neuer tag

und ich tauchte auf im warmen see der liebe.

Mittwoch, 22. April 2015

und

sie reisten ihrer freiheit entgegen, um dann einsam zu sein.


Donnerstag, 16. April 2015

im grünen

ich mochte deinen kurzen blick auf meine brüste. dein zupfen an meinem weissen t-shirt & den halben begrüssungskuss.

das leben kam zurück. auch wenn ich gehen musste.


Donnerstag, 9. April 2015

das ende deiner tage - der anfang meiner nächte

wir trafen uns nicht. mit absicht nicht. wir wussten, die welle ist zu gross. wir würden untergehen.
wir lebten zwischen tag und nacht. dazwischen gab es keine welten.
ich mochte das. verbindlichkeiten wollte ich nicht. dafür war ich zu frei. und frei war schön.

deine augen hatten das grünblau. wie urlaub ohne zu verreisen. du mochtest mich. und ich habe dich bewundert. war es das? wir wollten erst abhauen. doch das war nicht das richtige. wir sollten uns den dingen stellen. doch wollten wir das nicht.

ich saß stumm in deiner küche. schaute auf die uhr an der wand. in deine augen. da ein bienensummen. es zwar zu hell, um zu reden. ich sah auf meine hände. dann auf deine. waren wir alt? oder zu jung? du bist aufgestanden, hast am fenster geraucht. und mich angesehen. ich mag zu dir hattest du gesagt. es war 10 uhr morgens. ich trank den kalten kaffeerest. es war bitter. ich hörte ein sportflugzeug. das mochte ich.

dann ging ich zu tür. roch an deinem after shave. du warst schön. vor allem in dir drin. dann ging ich raus. der garten lebte. ich auch. langsam. ganz langsam.

ausser meinem wilden herzen war es still. ganz still.


Mittwoch, 25. März 2015

nackt

wir stiegen aus dem taxi. die nacht wurde zum tag. und draussen waren wir nackt. wie schön das war.

Montag, 8. Dezember 2014

küche und bad

der sommer ist gegangen. ich sitze in der küche und ich erinnere mich, als du bei mir warst. du hast genau hier gesessen, bei offenem fenster rotwein getrunken und in die dunkelheit rausgesehen. ich war unter der dusche. du hast mich beobachtet, als ich meine achseln rasiert habe. dann bist du aufgestanden und hast du mich aus der dusche getragen. ich habe dein begehren gespürt. tief in mir.
ich erinnere mich, wie du mich in einsamen hofeinfahrten und hauseingängen gegen die wand gedrückt hast, mich geküsst hast, mich berührt hast. du hast deinen kopf unter meinem kleid versteckt.  es war dir egal wo wir waren. du hast gesucht und du hast gefunden. ich mochte das. fast waren wir wie kinder, die es ständig wissen wollten. aber wir flohen, vor allem vor unserer kindheit.

heute ist es kalt. jede hofeinfahrt und jeder hauseingang ist einsamer als je zuvor. niemand wird dort geküsst. berührt und man hört nichts.
ich sehe raus. es ist dunkel. die dusche ist leer. der rotwein auch. ich stehe auf und verlasse küche und bad.


Mittwoch, 29. Oktober 2014

das buch

ich hatte unsere treffen verschoben. er mochte bücher und mich. irgendwann fuhr ich ihm nach, es war weit, draussen war es kalt. nichts hinderte ihn daran, mir die stadt zu zeigen. ich zitterte und er gab mir seinen schal. ich redete kaum. er erzählte viel.
später lag ich auf seinem bett. ich schaute die decke an und ich war nackt. dann nahm ich ein buch, öffnete eine mir unbekannte stelle und las ihm vor. er rauchte und hörte zu. ich mochte die geschichte nicht, aber ich mochte die worte. einige seiten später nahm er mir das buch wortlos ab. vergrub seinen kopf in meinem schoß und schloss seine arme um mich. draussen fing es an zu schneien. so blieben wir liegen. wortlos.


Dienstag, 16. September 2014

wolkenlos

heute habe ich dich gehen lassen. mit dir ging der regen und die sonne kam raus.  

Donnerstag, 21. August 2014

gezeiten

sie riecht nicht pudrig. das kannte ich fast aus jeder großstadt. sie riecht frisch, fast schon nach meerwasser. gibt es das? ihre stimme ist auch erfrischend. aufgeweckt und konstant zugleich. ich mag es, wie sie ihr wasserglas hält. ihre hände sind braungebrannt und ihr nagellack in rot bröckelt. ihre fassade bröckelt jedoch nicht. dafür ist sie zu offen.
ich höre mich verliebt an, nicht wahr? vielleicht bin ich es auch. ja, ich glaube ich bin verliebt. diese frau hat mehr als nur weiße zähne und sommersprossen. ich bin glücklich, wenn ich bei ihr bin. glücklich. das war ich lange nicht mehr. scheidung, trennung, schrecklich. sie ist einfach nur da. sie lacht und hält meine hand. zieht mich quer über den erdball. dann ins bett. hier erliege ich ihr völlig. sie kommt und geht wie die gezeiten. ich kann sie kaum aufhalten. ja, ich höre mich wie ein teenager an. ich will sie. mehr und mehr. jeden tag. wann habe ich die schnauze voll? wann kotzt sie mich an? ich huste. schalte den kopf jetzt aus.

Dienstag, 19. August 2014

postskriptum

die geräusche der aussenwelt vermischten sich zu einem ton. das krähenkrächzen, spatzenrufen und vorbeifahrende autos sind nicht mehr eindeutig identifizierbar. ich liege im bett auf dem rücken. die kühle luft fliesst ungehindert durch das halbgeöffnete fenster. meine gedanken machen keine berg- und talfahrt mehr. ich werde älter.
als wir uns das erste mal sahen, waren wir kinder. als wir uns das letzte mal sahen, waren wir erwachsene. hier könnte man denken, wir hätten viel gelernt. aneinander beigebracht. gezeigt. verloren. verziehen. als wir auseinander gingen, war alles wieder jungfräulich, ja fast kindlich.
neutral würden andere sagen.
ich denke an die letzten gemeinsamen stunden zurück. du hast mich lange im arm gehalten. ich habe abgeschaltet. dein herz hat mich navigiert. ich konnte nie vertrauen, doch ich tat es. es war keine frage mehr. ich tat es einfach.
nüchtern betrachtet waren wir nie ein paar. aber wir waren eine einheit, die der welt gewachsen war. so konnten wir die schicksale stemmen. wir konnten den anderen aufheitern. ihn begleiten. motivieren.
unser ende kam zu schnell. der verstand schnitt uns auseinander. unsere herzen schlugen immer noch im gleichen takt.
im alleingang ist alles anders. die wahrnehmung konzentriert sich auf details. der tag wird aufgesaugt, wie ein schwamm. die nächte werden nicht mehr unterbrochen. aber sie werden unbedeutend.
und wenn ich so im bett auf dem rücken liege und der einheitliche ton sich wieder in krähenkrächzen, spatzenrufen und autogeräusche aufteilt, die kühle luft noch frischer ist als vorher, so weiss ich, dass ich angekommen bin.

Donnerstag, 13. März 2014

Mittwoch, 12. März 2014

sehn-sucht

es gibt diesen moment. im späten frühling. auf diesem grossen platz. zwischen schauspiel und der münchener strasse. es ist nacht und lauwarm. ich fahre mit meinem rad an den strassenbahnschienen entlang. du neben mir her. du lachst. dann streckst du deine hand aus. ich erfasse sie. spüre die glatte innenseite und die wärme. wir haben keine angst vor den strassenbahnschienen unter uns. nein, wir treten schneller und schneller. halten uns fester. fast heben wir ab. lächelnd und doch still.

Mittwoch, 5. März 2014

aschgrauer mittwoch

sie ging weg. über nacht. sie schneidete sich aus meinem leben heraus. und hinterließ spuren. ich spürte einsamkeit und meine träume zerbrachen. noch hörte ich hier und da ihr lachen. sah ihre augen und fühlte ihre wärme im haus. doch sie war nicht mehr da. das haus wurde stumm. farblos. ich apathisch. mein tag wurde zum ritual. der wecker klingelte jeden tag um dieselbe uhrzeit. der platz neben mir im bett war leer. das duschwasser war härter als vorher. der kaffee schmeckte bitter. der zucker darin auch. und das jeden tag. mein spiegelbild wurde zunehmend grauer. der radiosender wurde langweilig ohne ihre kommentare. der kühlschrank wurde leerer. die ausgetrunkenen wein- und bierflaschen wurden mehr. der garten verwilderte. meine allüren auch. die putzfrau erkannte die wohnung nicht wieder. ich auch nicht. ich hatte nun einen bart. und seit tagen ihren grauen wollpullover an. ich schlief tagsüber und nachts lag ich wach. ich las ihre bücher, welche sie da gelassen hatte und weinte. langsam verstand ich sie. ich roch an ihren kleidern. und zog ihre nylons über meine hand um mir ihre beine darin nochmal vorzustellen. abends hing ich in meinem ohrensessel und hörte musik. ich erstickte an den klängen. dann sah ich nach oben. doch von oben kam keine antwort. das feuer im kamin erlischte. und heute morgen fand ich nur asche. es war mittwoch.

Montag, 10. Februar 2014

von der neugierde des begehrens

ich wachte auf. in einer wohnung. und ich wusste, dass ich nun zwei männer und zwei kinder hatte. gestern hatte ich noch nichts. jetzt habe ich eine familie. barfuss lief ich an kleinen bunten rucksäcken und filzstiften vorbei. im bad lagen eine minihaarbürste und  kinderzahnpasta herum. in der küche herrschte chaos. der eine mann, ein koch, hatte alle gewürze dieser welt. es lagen kochbücher herum. der andere, ein musiker, hatte alle lieder auf den lippen. paar instrumente und platten. so bekam ich meinen kaffee und 4 paar neugierige augen zum frühstück. entspannt sah ich mich um. draussen regnete es. drinnen war es warm. als ich wieder ins bett ging kam ein mann mit und kraulte mein haar. der andere kümmerte sich um die kinder und um die wäsche. als ich das haus verließ umarmten mich alle. ja. das wollte ich. früher war ich nur neugierig und begehrte. jetzt lebe ich.

Dienstag, 4. Februar 2014

die 4 jahreszeiten

es war kalt und wir hatten winter. ich aß das rosinenbrötchen und trank den kaffee im stehen. dann hast du mich am arm gepackt und mich ins bett zurückgezogen. so lagen wir da und redeten über den blues bis es wärmer wurde. der frühling kam und wir rannten mit einer roten decke durch den park. redeten über das grün. im sommer stritten wir uns um die luftmatratze und um das himbeereis. liebten uns nachts, da es tagsüber zu heiss war. der herbst kam. die bäume wurden nackt. du hattest noch angst. ich nicht mehr.

Freitag, 24. Januar 2014

wo die nächte zu tagen werden

ich stand an der bar und wartete. die menschenmenge störte mich nicht. dann tauchte er auf. wie ein berg, auf den man mit dem auto zurast. er sah mich an und lächelte. ich sah weg. trank mein glas aus. ging hin. nahm seine hand und wusste es. wir verließen die bar. wir verließen die strassen. die stadt. den raum und die zeit.
als ich erwachte blitzte sein körper neben mir auf. ich ließ die augen fest verschlossen. und fühlte die wärme. ihn. und das schlagen meines herzens. ich kannte ihn nicht. und ich wusste, dass ich es auch nicht wollte. als die nacht zum tag wurde, stand ich auf. zog mich an. irrte durch seine wohnung. verfing mich in den bildern an der wand. suchte meine jacke. schlug den kragen hoch. schloss die türe fest hinter mir zu. verließ den raum. die zeit. kam zurück in die stadt. in die strassen. und in die bar. dort stand ich und wartete.

Dienstag, 7. Januar 2014

bis es wieder dunkel wurde

atemlos lag ich im bett. ich habe ihn gefunden. er war gar nicht weit weg. er hatte angst wie ich. und das war gut. so teilten wir die angst. das bett. und den morgen. zu mehr waren wir nicht in der lage. als der himmel blau wurde versteckten wir uns. wir wollten im dunklen warten, bis der tag vorüberging. irgendwann wischte er mir die reste des lippenstiftes weg und ich die reste seines kajals. so lagen wir da. bis es wieder dunkel wurde.