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Donnerstag, 11. Dezember 2014
regen
„als junger mensch war ich faul. ich hatte talent, aber es gab vieles in meinem leben, was mir wichtiger war als üben. gutes essen, gute zigarren, große weine, schöne frauen … als ich in den lateinischen ländern spielte, in spanien, frankreich, italien, liebte man mich wegen meines temperaments. in russland hatte ich auch keine schwierigkeiten, aber in england und amerika meinte das publikum, für sein geld alle noten hören zu müssen; ich ließ jedoch damals viele unter den tisch fallen, vielleicht dreißig prozent, und man fühlte sich betrogen. ich konnte nicht täglich acht bis zehn stunden am klavier sitzen. ich lebte für jede minute. ich war tief beeindruckt von leopold godowsky. fünfhundert jahre würde ich brauchen, um solche technik zu bekommen. aber was hatte er davon? er war ein unglücklicher, verkrampfter mensch, der sich elend fühlte, wenn er nicht am klavier saß. hat er sein leben nicht verpasst?“ – rubinstein
Mittwoch, 15. Oktober 2014
dmitri levkovich
dieser, aus der ukraine stammende, talentierte junge pianist hat nicht umsonst den deutschen pianistenpreis 2013 bekommen. ich habe ihn gestern live erlebt und sein spielen hat mich sehr berührt. ob rachmaninow (sonate nr.2, op. 36), mozart (sonate in d-dur K576), igor strawinski (sehr beeindruckend - trois mouvements de petrouchka, danse russe- chez pétrouchka-la semaine grasse), bach (italienisches konzert, BMV 971) & letztendlich chopin mit den 12 etüden op. 10.
vollste konzentration, disziplin und körperlicher einsatz sind bei ihm keine seltenheit. jedoch übertragen sich diese gegebenheiten nicht rein instrumentell oder gar künstlich in sein klangbild. herzblut und völlige hingabe sind die dinge, welche sein spiel so angenehm machen und so tief beeindrucken.
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Sonntag, 27. Juli 2014
mirácoli & chopin
es ist sonntag. heute frage ich mich, welche liebe mich eher erreicht- die, die durch den magen geht, oder die, die in meine ohren dringt. nun, wenn ich mich an meine kindheit und jugend erinnere, fällt mir auf, das geräusche, klänge und musik nachhaltig mehr in mir bewirken.
wenn ich an die plätzchen denke, welche meine mutter an silvester, ja an silvester, gebacken hat, berührt es mich auch. das war so ein mürbeteig, welchen sie dann mit marmelade bestrich und kurz nochmal in den ofen schob. was herauskam waren kleine inseln, mit roten flecken. sie türmte sie zu einem berg auf & ich bediente mich, bis mir schlecht wurde. auch fand ich als ostblock-kind mirácoli ganz toll. und milka schokolade, milchschnitte und dr. oetker schokoladenpudding. vielleicht waren es aber auch einfach nur die gerüche der leckereien, welche sich tief in mein erinnerungsvermögen bohrten.
aber wenn ich so recht überlege blieben die musik oder auch die geräusche eher hängen. sei es eine ballade von chopin, welche meine mutter am klavier spielte, die schwalben die damals den himmel in lodz jagten oder das tellerklappern einer hotelküche, in welchem wir unsere ferien verbrachten.
heute passiert tatsächlich immer was in mir, wenn ich irgendwo geschirrklappern vernehme- oder mauersegler den stadthimmel kreuzen. chopin zwingt mich doch hier und da feuchte augen zu bekommen. aber ich mag es. tatsächlich.
ich frage mich, was die menschen da draussen berührt? eine stimme, vielleicht wie opa sie hatte, den man sehr gerne hatte oder der duft von vanille, der so manchen kleinen unter uns in die küche und an den backofen trieb. man zählte die minuten bis endlich der marmorkuchen diese heisse hölle verließ und sich auf den kleinen kühlen teller niederlegte. oder an das after-shave des vaters, der zur arbeit ging und sich von allen mit kleinen küsschen verabschiedete.
sind denn diese dinge gerade nicht auch dinge, die uns sicherheit und wärme vermittelt haben? das gefühl, dass die welt tatsächlich in ordnung war? dass die mutter sonntags gut gelaunt und frisch frisiert pflaumenknödel gemacht hatte, dabei das radio 'oh happy day' trällerte & man ganz aufgeregt den tisch deckte, weil pflaumenknödel mit zimt und zucker eine leibspeise waren? ja, man war glücklich. die welt war in ordung.
auch, wenn mirácoli und chopin nicht wirklich zusammenpassen. in meiner kleinen welt hatte alles einen passenden platz. sowohl den in den ohren, wie auch den im magen.
wenn ich an die plätzchen denke, welche meine mutter an silvester, ja an silvester, gebacken hat, berührt es mich auch. das war so ein mürbeteig, welchen sie dann mit marmelade bestrich und kurz nochmal in den ofen schob. was herauskam waren kleine inseln, mit roten flecken. sie türmte sie zu einem berg auf & ich bediente mich, bis mir schlecht wurde. auch fand ich als ostblock-kind mirácoli ganz toll. und milka schokolade, milchschnitte und dr. oetker schokoladenpudding. vielleicht waren es aber auch einfach nur die gerüche der leckereien, welche sich tief in mein erinnerungsvermögen bohrten.
aber wenn ich so recht überlege blieben die musik oder auch die geräusche eher hängen. sei es eine ballade von chopin, welche meine mutter am klavier spielte, die schwalben die damals den himmel in lodz jagten oder das tellerklappern einer hotelküche, in welchem wir unsere ferien verbrachten.
heute passiert tatsächlich immer was in mir, wenn ich irgendwo geschirrklappern vernehme- oder mauersegler den stadthimmel kreuzen. chopin zwingt mich doch hier und da feuchte augen zu bekommen. aber ich mag es. tatsächlich.
ich frage mich, was die menschen da draussen berührt? eine stimme, vielleicht wie opa sie hatte, den man sehr gerne hatte oder der duft von vanille, der so manchen kleinen unter uns in die küche und an den backofen trieb. man zählte die minuten bis endlich der marmorkuchen diese heisse hölle verließ und sich auf den kleinen kühlen teller niederlegte. oder an das after-shave des vaters, der zur arbeit ging und sich von allen mit kleinen küsschen verabschiedete.
sind denn diese dinge gerade nicht auch dinge, die uns sicherheit und wärme vermittelt haben? das gefühl, dass die welt tatsächlich in ordnung war? dass die mutter sonntags gut gelaunt und frisch frisiert pflaumenknödel gemacht hatte, dabei das radio 'oh happy day' trällerte & man ganz aufgeregt den tisch deckte, weil pflaumenknödel mit zimt und zucker eine leibspeise waren? ja, man war glücklich. die welt war in ordung.
auch, wenn mirácoli und chopin nicht wirklich zusammenpassen. in meiner kleinen welt hatte alles einen passenden platz. sowohl den in den ohren, wie auch den im magen.
Mittwoch, 19. September 2012
Sonntag, 22. Juli 2012
Donnerstag, 14. Juni 2012
Montag, 21. Mai 2012
Freitag, 3. Februar 2012
Montag, 28. November 2011
urgefühl
meine mutter spielte am klavier chopin, als ich noch in ihrem bauch ruhte.
ich bin mir sicher, dass keine musik dieser welt mehr emotionen in mir
auslöst als diese.
dieses stück berührt mich ganz besonders.
schön, dass man durch hören auch so sehr fühlen kann.
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