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Montag, 23. April 2012

gestern

'i replaced jack de johnette on the drums with al foster who i first heard at the cellar club on 95th street manhattan. he knocked me out 'cause he had such a groove, and he would just play it right in there. that was the kind of thing i was looking for. al could set it up for everybody else to play off and keep the groove going forever, for what i wanted in a drummer - al foster had it all.'

 (miles davis, 1989 in his autobiography 'miles')

das al foster- quartet war gestern in frankfurt. die atmosphäre- kaum zu beschreiben.
angewurzelt stand ich in diesem kleinen raum. crowded. und dann- welch ein klangreichtum. weich. groovig. ja, einfühlsam. und sexy. nur ein messer hätte mich von der musik trennen können.

foster korrespondiert nahezu telepathisch mit den anderen musikern. spielt sich dabei nicht in den vordergrund. nein. er begleitet lediglich, sodass saxophon, piano & bass frei werden.

 und ich war high. so einfach geht das.

 

Mittwoch, 14. Dezember 2011

ascenseur pour l'echafaud



ich weiss. über den film habe ich hier schon mal ausführlich geschrieben. aber heute morgen
machte ich die augen auf & überlegte. ja, die musik von miles davis. wie lange habe ich diese nicht mehr gehört.
dieser film verdient seine zauberei.

jeanne moreau. in diesem matten zuckerwatteblond. auf der suche. angespannt. beherrscht. das kinn
nach oben gedrückt.
und der wind weht sie sachte an.
diese röcke - auf kniehöhe meist so schmal, dass man tatsächlich nur diese kleinen schritte tun kann, obwohl der stadtverkehr droht.

die musik ist elegant. ästhetisch kühl und erzeugt spannung. genau so.

Freitag, 16. Mai 2008

ascenseur pour l'échafaud

wer louis malle ´s erstes meisterwerk endecken, die junge jeanne moreau über nacht zum star sehen und den modal jazz von miles davis lieben möchte - sollte den film 'fahrstuhl zum schafott' erleben. dieser thriller verbindet bestandteile des 'film noir' und des amerikanischen gangsterfilms zu einem düster-dichterischen experiment über schuld und sühne, liebe und misstrauen, zufall und schicksal.
die handlung durchaus simpel: ein mann, eine geliebte. ein ehemann. ein mord. ein indiz. eine wiederkehr. ein fahrstuhl, der steckenbleibt.
alles ist angesiedelt im paris der ausgehenden 50-iger jahre: nicht etwa als romantische metropole der liebenden in szene gesetzt, sondern als glatter, kühl-moderner, regennasser hochhaus-kosmos in dem die menschen verloren und einsam durch die nacht driften.
während jaques tati in seinen filmen der mit macht einzug haltenden moderne durch hulots schrulligen witz die schärfe nahm, schaffen hier die kontraststarken schwarzweissbilder von henri decae eine anonyme und lebensfeindliche atmosphäre. der exquisite cool-jazz-score von miles davis stellt 'diesen kühlschrank' noch paar stufen kälter. laut überlieferung soll das miles davis quintet den soundtrack 'live' zu den filmsequenzen eingespielt haben.

letztendlich bringt der film eine art sehnsucht nach einem nicht erreichtem lebensgefühl zum ausdruck, das sich in den worten wiederfindet, die die junge moreau (als florence) ihrem liebhaber (julien) zuflüstert: 'wir werden frei sein - es muss sein'.



fazit: ein heisskalter hörens-, wie auch sehenswerter kino-happen der französischen haute cuisine.